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Kontrovers und konstruktiv in schöner Kulisse

Fachtagung zur klimaschonenden Mobilität mit lebhaften Diskussionen

Malerische Kulisse und strahlender Sonnenschein für die Fachtagung im Schloss Herten.

Angeregte Diskussionen bei der Fachtagung "Klimaschonende Mobilität".

Podiumsdiskussion zur klimaschonenden Mobilität: Carsten Löcker, Anne Klein-Hitpaß, Gisela Steinhauer, Karola Geiß-Netthöfel und Dr. Fritz Rettberg (v.l.).

Dr. Fritz Rettberg von der TU Dortmund zu Gast in Herten.

Stadtwerke-Geschäftsführer Thorsten Rattmann bei der Fachtagung im Schloss Herten.

Bürgermeister Fred Toplak im Gespräch mit Moderatorin Gisela Steinhauer.

Im Schloss Herten diskutierten Fachleute aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft das Thema „Klimaschonende Mobilität“. Die Fachtagung stellte nach dem Klimafest im Juli den zweiten Teil der diesjährigen Klimatage der Stadt Herten und der Hertener Stadtwerke dar.
Schon im Schloss-Innenhof war das Thema der Tagung präsent: Veranstalter und Partner präsentieren ihre Elektromobile. Zu besichtigen waren unter anderem das Pedelec der Hertener Fahrradbotschafter, das Klimapreis-gekrönte Lastenrad des ADFC, ein Brennstoffzellenfahrzeug der Energieagentur sowie Elektroautos von Hertener Stadtwerken, AGR und dem Klimapreisträger Werners Academy Fahrschule.

Bei der Begrüßung spannten Bürgermeister Fred Toplak und Stadtwerke-Geschäftsführer Thorsten Rattmann den Bogen zu den Gesamtzielen des Hertener Klimakonzepts 2020+ (Klimaneutralität bis 2050) und den täglichen Erwartungen der Energiekunden, denen das Thema Klimaschutz immer wichtiger wird. Mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach oder der Brennstoffzelle im Keller werden die Kunden zu „Prosumern“, und die Nutzung von Erdgas und Strom betrifft nicht länger nur das eigene Haus, sondern auch die Mobilität.

In seinem Impulsvortrag machte Dr. Fritz Rettberg vom NRW-Kompetenzzentrum Elektromobilität der Universität Dortmund einen Vorschlag: Eine „Leitstudie Elektromobilität Ruhr“ sollte die Bedarfsermittlung, die Auswirkungen auf die Netzinfrastruktur und Handlungsempfehlungen für die Infrastrukturplanung bereitstellen, um die Metropole Ruhr – einen der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in Europa - in diesem Bereich zukunftsfest zu machen.

Und diese Zukunft ist nicht mehr weit entfernt. Bereits für 2020 wird Preisparität zwischen E-Mobilität und Verbrennungsmotoren prognostiziert. E-Mobilität spielt sich im Verteilnetz ab: Geladen wird nach Möglichkeit zu Hause, auch die dazu nötige elektrische Energie (z.B. Photovoltaik auf dem Dach) ist in das Verteilnetz eingebunden. Will man einen extrem kostenaufwendigen Ausbau vermeiden, hilft nur Digitalisierung (Stichwort „Smart Meter“) und Steuerung der Stromnachfrage über den Preis. Vernetzte Mobilität und automatisiertes Fahren braucht Breitband: Prototypen wie das „Google Car“ verarbeiten bis zu 1 GB Daten pro Sekunde.

Im Anschluss zeigte das Klimateam der Stadt Herten die gesamte Palette der klimaschonenden Mobilität in der 62.000-Einwohner-Stadt Herten:

Klimamanager Jürgen Harks erläuterte, wie die Stadt Herten ihre Klimaziele von 2020 (-27% CO2) schon 2015 erreicht hat und wie die Abkopplung von steigenden Arbeitsplatzzahlen und sinkendem Energieverbrauch den Klimaschutz weiter verbessert. Einziger Wermutstropfen: Die CO2-Emissionen im Verkehr stagnieren.

„Herten steigt auf - mit kleinen Schritten voran“: So lassen sich die originellen und sympathischen Maßnahmen zur Steigerung des Radverkehrs auf Basis einer Analyse von 2013 umschreiben, die Irja Hönekopp, Bereichsleiterin Stadtentwicklung, vorstellte.

Dr. Babette Nieder, Geschäftsführerin der Hertener Beteiligungsgesellschaft, präsentierte die Bereiche Technologie und Infrastruktur und die Kontakte zu Unternehmen unter dem Stichwort „Den Wandel erfahren“. Sie betonte dabei das Alleinstellungsmerkmal „h2herten“: die klimaneutrale Stromversorgung des Technologiezentrums auf Basis einer lokalen Windturbine und Photovoltaik in Verbindung mit einem Wasserstoffspeicher. Ein weiteres Leuchtturmprojekt ist der interaktive Radweg „Allee des Wandels“, der auch Entwicklungsachse und Lernort für die Energiewende ist.

Anne Klein-Hitpaß stellte die zwölf Thesen der Agora Verkehrswende „Mit der Verkehrswende die Mobilität von morgen sichern“ vor. In ihrem Vortrag legte sie den Schwerpunkt auf das kommunale Handeln.

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit dem Landtagsabgeordneten Carsten Löcker und der RVR-Direktorin Karola Geiß-Netthöfel wurde noch einmal deutlich, dass nur ein ganzheitlicher Ansatz zielführend ist: Ruhrgebietsübergreifend, alle Verkehrsmittel vom Rad- und Fußverkehr über den ÖPNV zu Individualverkehr und Lasttransporten auf Straße, Schiene und Wasserwegen einbeziehend. Die Referenten waren sich einig, dass die Veränderung des Nutzerverhaltens schwieriger ist als die Regelung verbleibender technologischer Probleme (z.B. die Reichweite von Batterien oder die Kosten von Brennstoffzellen).

Am Nachmittag wurden die einzelnen Fragestellungen in Workshops mit Vertretern aus Kommunen, Verbänden und Unternehmen vertieft. Bei strahlendem Sonnenschein entdeckten die Teilnehmer aus der Region und aus den beiden Landes-Fachministerien Verkehr und Umwelt die grüne Stadt Herten mit Schloss und Schlosspark. Ein guter Rahmen, um kontrovers und konstruktiv über Wege und Irrwege zur klimaschonenden Mobilität zu diskutieren. Dabei half auch die professionelle Moderation von Gisela Steinhauer.

Wie schon in den vorangegangen Klimatagen zu „Kommunikation und Kooperation“ (2011), „Klimaschutz im Bestand“ (2013) und „Klimaschonende Energieversorgung“ (2015) wurde deutlich, dass unterschiedliche Bereiche der Stadtverwaltung, die Hertener Stadtwerke, Lokalpolitiker und lokale Unternehmen den Weg zur Klimaneutralität gemeinsam beschreiten.

(Quelle: Pressemeldung der Hertener Stadtwerke GmbH vom 29. September 2017)

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