Hydrogenics produziert zukünftig in Herten

Starker Neuzugang für das Wasserstoff-Kompetenzzentrum auf dem Zukunftsstandort Ewald

Spatenstich Hydrogenics (v.l.n.r.):Frank Steffens, Geschäftsführer der Bauunternehmung Brüninghoff, Christopher Naujoks, Architekt, Dr. Bernd Pitschak, Geschäftsführer Hydrogenics GmbH, Bodo Klimpel, Landrat Kreis Recklinghausen, Hendrik Wüst, Verkehrsminister NRW, Janine Feldmann, Geschäftsführerin HTVG, Carsten Löcker MdL und Matthias Müller, Bürgermeister der Stadt Herten. Foto: André Chrost

Der globale Brennstoffzellenhersteller Cummins, mit der Niederlassung Hydrogenics in Gladbeck verlagert diese nach Herten und expandiert. Cummins Inc. wird verstärkt in Brennstoffzellentechnologie investieren, die nach Ansicht des Unternehmens für Antriebsstränge im Schienen- und Schwerlastverkehr und für stationäre Stromversorgungsanwendungen in den von ihm bedienten Märkten von wachsender Bedeutung sein wird.

Die Hertener Technologieentwicklungs- und Vermögensverwaltungsgesellschaft (HTVG) errichtet für das Unternehmen ein Produktions-, Forschungs- und Bürogebäude mit einer Nutzfläche von 4.300 Quadratmetern auf einem 7.700 Quadratmeter großen Grundstück in der Albert-Einstein-Allee.

Zum Baubeginn fand am 19. November 2020 in Anwesenheit von Verkehrsminister Hendrik Wüst ein offizieller erster Spatenstich statt. Neben dem Minister waren Bürgermeister Matthias Müller, Landrat Bodo Klimpel, h2-netzwerk-ruhr Vorstand Volker Lindner, der Landtagsabgeordnete Carsten Löcker, WiN-Emscher-Lippe Geschäftsführer Joachim Beyer sowie die unmittelbar Projektbeteiligten anwesend. Aus Gesundheitsschutzgründen hatte die HTVG den Teilnehmerkreis kleiner gehalten, als er nach der Coronaschutzverordnung sein durfte.

Minister Wüst nahm sehr gern die Gelegenheit wahr, diesen ersten Spatenstich zu begleiten: "Nordrhein-Westfalen gibt der neuen Mobilität eine Heimat. Die Ansiedlung der ersten Serienfertigung von emissionsfreien Antriebssystemen in Deutschland zeigt, dass hier Mobilität 4.0 nicht nur erdacht und erforscht, sondern auch erlebbar wird. Das alte Zechengelände, Sinnbild für alte Energie aus Kohle, ist jetzt Keimzelle für neue, emissionsfreie Energie. Ich freue mich darüber, dass auf Ewald nach vorn geblickt wird und an der Mobilität der Zukunft gearbeitet wird."

Für das Wasserstoff-Kompetenzzentrum auf Ewald ist die Ansiedlung ein wichtiger Zugewinn. Seit langem setzt die Stadt Herten auf die Förderung technologieorientierter Unternehmen, insbesondere im Bereich der neuen Energien. Das erste kommunale Anwenderzentrum h2herten für die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie ist der Nukleus und Standort für eine ganze Reihe von Unternehmen aus diesem Bereich. Mit Hydrogenics kommt ein starker Player hinzu.

"Wir freuen uns sehr über dieses Bauvorhaben. Es ist ein Meilenstein im Bemühen der Stadt Herten auf dem Weg zu einem bedeutenden Standort für die Wasserstofftechnologie", so Bürgermeister Matthias Müller. Stadtbaurätin Janine Feldmann, die zugleich Geschäftsführerin der HTVG ist, ergänzt: "Das Hydrogenics-Projekt ist ein wichtiger Baustein für die Energie- und Verkehrswende, da Schienenfahrzeuge mit einem Brennstoffzellenantrieb einen Beitrag zur Minderung der CO2-Emmissionen im Schienenverkehr leisten." HTVG-Mitgeschäftsführer Matthias Steck erklärt: "Die Ansiedlung ist auch das Ergebnis unserer langjährigen Bemühungen um technologieorientierte Unternehmen." Der Schlüssel zum Erfolg liege an dem umfassenden Angebot an Flächen, Beratung, Netzwerk und Unterstützung und dem engen Austausch mit Wirtschaft und Wissenschaft.

Die Hydrogenics GmbH, heute Teil von Cummins, befindet sich seit 2005 als Tochter der Canadian Hydrogenics Corporation im Technologiezentrum Gladbeck-Wiesenbusch und ist Hersteller und Entwickler von Brennstoffzellen und Wasserstofferzeugern. Seit September 2019 ist Hydrogenics Teil von Cummins Inc. (USA). Der französische Gasproduzent Air Liquide hält eine Minderheitsbeteiligung. Cummins ist einer der weltweit größten Hersteller von Energieerzeugungsanlagen mit rund 61.600 Mitarbeitenden und ist stark im Bereich alternativer Antriebe tätig, einschließlich der Produktion von Batterieelektrik, Brennstoffzellen und Wasserstoff.

"Die Entscheidung, diesen neuen Standort für Brennstoffzellensysteme in Herten, Deutschland, zu eröffnen, ist ein Beweis für das Engagement von Cummins, unsere Wasserstoffkapazitäten beschleunigt auszubauen. Diese Einrichtung wird uns besser in die Lage versetzen, Kunden in Europa zu unterstützen und unsere Position als führendes Unternehmen bei der Gestaltung der Wasserstoffwirtschaft von morgen strategisch zu stärken ", sagte Amy Davis, Präsidentin von New Power bei Cummins.

In Herten werden jetzt im Rahmen einer Betriebserweiterung in einem ersten Schritt Montage, ein Prüfzentrum sowie ein Bereich für Forschung und Entwicklung für Eisenbahn-Brennstoffzellensysteme aufgebaut. Diese Brennstoffzellensysteme werden insbesondere für die Alstom-Gruppe gefertigt. Die Systeme werden betriebsbereit montiert und auf speziellen Prüfständen getestet, bevor sie an den Kunden ausgeliefert werden. Bis Ende 2021 entstehen dadurch auf Ewald weitere fünfzig hochqualifizierte Arbeitsplätze in einer zukunftsorientierten Branche. Herten wird der Standort für die erste Serienfertigung emissionsfreier Antriebssysteme in Deutschland.

(Quelle: Pressemeldung der Stadt Herten vom 20.11.2020, V2)

 

 

 

 

 

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