"Mittlerweile ist unser Garten das größte Hobby für uns geworden."

Petra und Helmut Philipp, Herten-Disteln, 1. Preis Vorgärten 2021

Foto: Martin Schmüdderich

„Wir wohnen schon seit 1981 hier. Zunächst, als Mieter, waren wir ja verpflichtet, uns um den Vorgarten zu kümmern. Das war damals ein typischer 60er-Jahre-Vorgarten: Viel Rasen und einer Beet in der Ecke mit  Flieder, Hortensie und einigen Rosen.

Von Kindheitserlebnissen mit dem eigenen Petersilienbeet in Großvaters Garten mal abgesehen, ging es bei uns erst so richtig los mit dem Gärtnern in der Mitte der 90er Jahre, als wir Eigentümer wurden und unseren Garten nach eigenen Vorstellungen verändern konnten.

Wir haben uns viele Anregungen in Schaugärten geholt. Dieses Jahr haben wir den Urlaub in Südholland damit verbracht, uns Schaugärten anzusehen, uns über einzelne Pflanzen zu informieren und herauszufinden, welche Standorte für sie günstig sind. Dabei sind wir immer auf der Suche nach typischen Bauerngarten-Pflanzen.

Also wir suchen nicht die modernen Pflanzen, zum Beispiel die Stockrosen mit riesigen Blüten auf den Fotos, sondern lieber einfache, schlichte und bewährte Pflanzen. Die setzen sich besser durch, brauchen weniger Pflege und säen sich selbst aus. Außerdem sind sie gut für Insekten. Bei den großen gefüllten Blüten kommen die Insekten ja gar nicht mehr an den Nektar.

Unser Garten jedenfalls ist mittlerweile ein richtiges Paradies für Insekten geworden, hier surrt, brummt und schwirrt es überall. Auch die Nistkästen, die wir jedes Jahr sauber machen, werden von den Vögeln gut angenommen.

Jedes Jahr verändern wir wieder etwas im Garten. Wenn Pflanzen im Vorgarten nicht so gut gedeihen, pflanzen wir sie um in den Garten hinter das Haus, wo sie etwas mehr Sonne bekommen.Vor zwei Jahren haben wir im Vorgarten die Betonsteine durch Natursteine ersetzt und als nächstes wollen wir eine Pergola über der Eingangstreppe aus naturbelassenen Kastanienstämmen bauen.

Wir investieren viel Zeit und Geld im Garten. Da meiste Arbeit fällt gar nicht im Sommer an. Dann steht ja alles in voller Blüte. Im Herbst machen wir auch nicht viel. Wir lassen viele Samen und Gräser stehen. Es sieht einfach auch schön aus, wenn der Frost auf den Halmen und Blütenständen zu sehen ist. Eigentlich ist die meiste Arbeit im Frühjahr zu tun. Dann muss man hier und da schneiden und das eine oder andere begrenzen. Mittlerweile ist unser Garten das größte Hobby für uns geworden.“  

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Fotos: Petra und Helmut Philipp