„Wir haben das Haus seit 25 Jahren. Anfangs war es ein Schattengarten, in dem gar nicht viel wuchs, weil große Platanen in der Straße standen und jede Menge Laub abwarfen. Vor etwa zehn Jahren wurden alle Bäume einfach so gefällt. Das war ein Schock und wir waren echt traurig. Wie auch immer, plötzlich hatten wir ganz viel Sonne im Garten. Befreit vom Schattendasein haben sich viele vorhandene Pflanzen prächtig entwickelt und wir haben dann angefangen, Einiges auszuprobieren und neue Pflanzen dazuzusetzen: Kräuter und Gemüse, Stauden und Rosen, und eine Mischhecke von Sanddorn über Mönchspfeffer bis Hartriegel. Bei uns darf wachsen, was wachsen will. Efeu, Hopfen, Blauregen klettern an unserem Haus hoch. Uns ist wichtig, dass sich auch Tiere wohlfühlen. Deshalb ist unser Garten auch nicht so aufgeräumt und dafür beherbergt er Igel, Kröten, Libellen, Schmetterlinge, Vögel, Bienen, Hummeln und vieles mehr. In einer großen Konifere brüten Vögel und sogar ein Eichhörnchen hat hier einen-Kobel gebaut. Wir hätten in der Wohnung gern mehr Licht, aber weil die Konifere so ein Biotop ist, lassen wir sie doch lieber stehen. Dafür ist unser Vorgarten auch im Sommer wohltuend kühl. Das hat eine Nachbarin, die im Urlaub unsere Katze versorgt hat, gerade erst wieder festgestellt. Gemeinsam Zeit im Vorgarten zu verbringen, das ist für uns vor allem Entspannung. Wir freuen uns, dass unser Vorgarten auch anderen gut gefällt. Paketboten zum Beispiel. Die äußern sich erfreut und überrascht über den verwunschenen Ort, wenn sie den schmalen Eingang durch die Hecke erst einmal gefunden haben. Die Nachbarn kommen herüber, wenn wir im Vorgarten sind und helfen gelegentlich auch mit. Besonders freut uns, dass rings um uns herum immer mehr Nachbarn damit beginnen, ihre Vorgärten naturnäher zu gestalten.“
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